Ode an den Hunsrück

(Alle Rechte dieser Seite liegen bei Frau Martina Aßmann, der Witwe von Dietmar Aßmann)

Dietmar Aßmann wurde am 13. Oktober 1952 in Liebshausen im Hunsrück geboren. Er erlernte nach der Schule den Beruf eines Groß- und Einzelhandelskaufmannes und wurde dann Computerspezialist bei der US AirForce auf dem Flugplatz Hahn.

Sein Hobby war die Musik, die ihn letztlich auch gänzlich aus seinem bisherigen Leben aussteigen ließ und ihn zusammen mit seiner Ehefrau Tina nach Gran Canaria führte, wo beide 22 Jahre lang lebten.

Das Heimweh, insbesondere das seiner geliebten Tina, bewog ihn, ihr diese Ode an den Hunsrück zu widmen, die liebevollste und eindrucksvollste Beschreibung auch meiner Heimat, die ich je gehört habe.

Und es war auch das Heimweh, das beide letztlich bewog, nach Deutschland zurückzukehren. Leider war es für Dietmar Aßmann eine Rückkehr zum Sterben, er verstarb am 28. Februar 2015. Am 5. März 2015 haben wir seinen Lebenskreis geschlossen und ihn im RuheForst Hunsrück zur letzten Ruhe gebettet.

Alfred Römer

Ode an den Hunsrück anhören:


 

Übersetzung für alle liebenswerten Menschen, die unserer Hunsrücker Amtssprache nicht mächtig sind:

Auf dem Hunsrück wachsen nur Steine, sagt man. Aber das sind keine Steine, das sind Leien(Schiefer)brocken, das sind die Steine aus dem Hunsrück. Aber trotzdem: Karg und schroff, das ist der Hunsrück, so sagt man, vor allen Dingen dann, wenn man nicht von hier ist. Besonders von anderswo, von Koblenz, Köln, Mainz oder so, da wo so richtig was los ist, das Leben abgeht, da wo man weltmännisch und weltoffen ist.

Von da aus guckt man auf den Hunsrück und denkt: „Da ist das Ende der Scheibe, da ist die Provinz. Da sind die Klotzköpfe daheim, da gibt es nur Kartoffeln und Menschen, die so ähnlich aussehen. Da lebt er, der Hunsrücker, arm an Worten und Grammatik.

Und dann verschlägt es so einen nach Dickenschied, Woppenroth, Gehlweiler oder Gammelshausen!

Und was sieht er? Saftiges Grün in allen Varianten: Tannengrün, Moosgrün, Grasgrün. Und er sieht das Fachwerk, Arbeit von den Händen, der Trutz gegen Wind und Schnee. Aber jetzt, jetzt ist Frühjahr, da atmet man durch, der frische Wind und der Schiefer aus dem Boden.

Und was schmeckt er? Schwenkbraten und gefüllte Klöße, die den Bauch so wohlig sättigen.

Und was hört er? Saftiges, lebendiges, kraftvolles, prägnantes Urdeutsch!

Und wie lernt er ihn kennen, den Hunsrücker? Zurückhaltend, aber stets freundlich und hilfsbereit, fröhlich, aber nicht schunkelnd, tolerant, aber nicht anbiedernd, humorvoll, aber nicht rheinisch. Markante Menschen mit Charakter und mit klaren Worten!

Wo will man da noch hin?!